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Vitale Landküche

Hefebrot

Ich wollte doch schon immer mal wieder ausprobieren, was man mit Braunhirse noch so machen kann. Nun war meine Idee, ein Brot mit Braunhirse zu backen. Da Hirse selbst über kein Gluten verfügt, braucht sie die tatkräftige »Unterstützung« von glutenhaltigen Getreidesorten, um ein Teiggerüst bilden zu können. Ohne das Teiggerüst können Backwaren nicht die gewünschte Lockerheit erlangen. Dazu habe ich mich für Kamut, mit dem ich immer sehr gern backe, und dem allseits beliebten Dinkel entschieden. Den Dinkel kann man auch gegen Weizen austauschen. Weizen ist (besonders für Anfänger) robuster und weniger empfindlich als Dinkel, wenn man z.B. zu lange knetet. Gut gelungen ist ein schmackhaftes, gut haltbares Brot mit langer Gehzeit – und deshalb ist es auch sehr gut bekömmlich. Ich habe übrigens die doppelte hier angegebene Menge genommen und gleich 2 Brote gebacken.

Zutaten:

260 g Kamut, 150 g Braunhirse, 200 g Dinkel, ca. 350 g Wasser (20-30 ml Wasser zurückhalten und je nach Konsistenz zur Korrektur dazugeben). 10 g Honig, 15 g Salz und 6 g Hefe.

Das Getreide wird sehr fein gemahlen. Ich nehme dazu meine Mockmill, die macht das ganz prima! Die Hefe wird mit etwas vom (warmen) Wasser und dem Honig in einem Becher aufgelöst. Das Salz wird unter das Mehl gemischt. Ich knete den Teig anfangs mit meiner Küchenmaschine, so habe ich Zeit nebenbei noch andere Gerichte zuzubereiten. Die Maschine verknetet nun alle Zutaten zu einem Teig, den ich ggf. mit dem zurückgehaltenen Wasser noch die nötige Konsistenz geben kann. Der Teig sollte schön weich sein, aber nicht schnell Breitlaufen. Am besten spürt man das, wenn man zum Schluss den Teig mit den Händen knetet und faltet. Nun kommt der Teig für ca. 20 bis 24 Stunden in eine innen leicht geölte Schüssel, mit Folie abgedeckt in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag – ich habe ja gut 4 Stunden Zeit, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, knete ich den Teig gründlich mit den Händen und etwas Mehl durch und lasse ihn bei Zimmertemperatur 2-4 Stunden mit Folie abgedeckt ruhen. Nachdem ich den Teig nochmals gut durchgeknetet habe, wird ein Laib geformt und kommt in ein Gärkörbchen für 05, bis 1,5 Stunden (das ist auch Abhängig von der Zimmertemperatur). In der Zwischenzeit schalte ich den Ofen auf 250 Grad zum vorheizen. Ich gebe etwas Mehl auf ein Blech oder einen Backstein und stürze vorsichtig die Masse auf das Blech. Dann gebe ich eine Tasse heißes Wasser in eine Emaillee-Schale, die bei mir unten im Herd steht – und nun sehr heiß ist- und schließe den Ofen schnell. Die Temperatur reduziere ich nun für 10 Minuten auf 225 Grad, dann für ca. 30-35 Minuten auf 175 Grad. Die heißen Brote werden mit einem Besen oder eine Sprühflasche mit kaltem Wasser abgewischt (auf dem Foto oben habe ich das bei dem ersten Brot vergessen!) Die Brote glänzen dann schön und haben eine goldbraune Farbe. Die Brote dürfen nun auf einem Rost auskühlen.

Das Mahlen, Mischen und Kneten von Teigmassen empfinde ich als sehr entspannend, es ist für mich eine bewusst wahrgenommen, entschleunigende Tätigkeit. Wenn dann die Brote fertig sind, erfüllt mich das immer mit Stolz – und das ganze Haus durftet herrlich nach frischem Brot. Ein gutes Gefühl. Und dann kommt der eigentliche Genuss: In meinem Garten gibt es noch frisches Schnittlauch. Gute Biobutter, Schnittlauch und ein Gläschen Weißtannenhonig – was für ein Genuss! Viel Freude beim Nachbacken! Ihre Michaela Barthel